Donnerstag, 09. Februar 2012
Geschichte
Die Geschichte des Kanupolos Drucken E-Mail
Geschrieben von: Simon Midasch   
Freitag, den 24. Oktober 2008 um 11:54 Uhr

GESCHICHTE DES KANUPOLO

Die Geschichte des Kanupolos teilt sich in zwei größere Abschnitte. Der erste Abschnitt lag zwischen den beiden Weltkriegen von 1926 -1935. Der zweite Abschnitt begann nach ca. 35 -jähriger Abstinenz im Jahre 1968 mit Einführung der widerstandsfähigeren Kunststoffboote.

KANUPOLO VON 1926 - 1935

Warum wollte man eine Sportart wie das Kanupolo überhaupt einführen? Die Gründe des Deutschen Kanu - Verbandes (DKV) waren hier weit gefächert Nicht so wie heute, wo viele Kanuten über Vereine dem DKV anschlossen sind, gab es damals viele Kanuten, die weder einem Verein, noch dem DKV angehörten. Man erhoffte sich auf Seiten der Verantwortlichen beim DKV eine große Werbewirksamkeit durch das Spiel "KANUPOLO". Von Wanderfahrern, die damals den größten Teil der Kanuten stellten, nahm in der Öffentlichkeit kaum einer Notiz, wenn sie weitab von den Städten und fernab vom Verkehr in der Einsamkeit der Natur ihre Fahrten durchrührten. Ebenso zogen Langstreckenregatten keine Zuschauer an, da sich das Geschehen auf eine zu große Strecke verteilte. Kurzstreckenwettfahrten mit Einlage von Kampfspielen konnten die Alternative sein, um hier ein Interesse in der Öffentlichkeit wachzurufen. Vom Kanupolo erhoffte man sich als Propagandamittel des Kanusports eine Aufstockung der Mitgliederzahlen. Für den Kanusport selbst bot das Kanupolo eine echte Alternative und auch Ergänzung zu anderen Kanusportdisziplinen. Rennboote z.B. waren sehr teuer. Sie mussten sehr lange halten, denn die finanziellen Möglichkelten der Vereine waren nicht sehr groß. Das Training mit diesen Booten blieb nur wenigen Aktiven (2-4 Sportler pro Boot) vorbehalten. Für ein Rennboot bekam man ca. sieben Poloboote, so dass die 7 fache Anzahl von Sportlern wettkampfmäßig trainieren konnte. Der letzte Punkt, aber sicherlich zur damaligen Zeit kein unwesentlicher, war die Pflege des Mannschaftsgeistes. Es wurde erwartet, dass die Sportkameraden sich gegenseitig erzögen, denn eine Mannschaft konnte nur spielen, wenn alle Glieder dieser Mannschaft an einem Strang zogen. Die Herren des DKV setzten also große Hoffnungen in das Kanupolo, was sich auch in dem folgenden Ausspruch widerspiegelte: " Kanupolo kann für uns das werden, was das Fußballspiel für die Landratten geworden ist" (Schneekloth 1926)
Nach langen Beratungen wurden 1926 die ersten Kanupolo - Spielregeln veröffentlicht. Sie lehnten sich an Spielregeln anderer Ballspiele (Wasserball, Handball usw.) an, dabei wurden hauptsächlich die des Fußballs zu Grunde gelegt.

Einige Beispiele:

Die Spielfeldgröße 99 - 120 m für die Seitenlinie und 50 - 90 m für die Torlinie

Die Mannschaft besteht aus 11 Spielern .

Die Spielzeit beträgt 90 min. Nach 45 min. wird eine 10 min. Pause gemacht

Der Torwart darf als einziger den Ball auch mit der Hand spielen. Alle anderen dürfen hierzu nur das Paddel benutzen.

Die Abseitsregel.

Ein Poloeinheitsboot wurde entworfen. Es durfte nicht zu lang sein, musste stabil, dabei aber auch sehr wendig sein. Pufferausrüstungen sollten die Boote, bei nicht zu vermeidenden Kollisionen im Spiel, vor allzu starken Beschädigungen schützen. Das Einheitsboot wurde unter anderem darum entworfen, um beim Spiel keiner Mannschaft einen Vorteil zu verschaffen. Ein großer Faktor spielte natürlich die Kostenfrage. Hätte man mehrere Bootstypen gehabt, so wäre das einzelne Boot teurer gekommen. Bei größeren Stückzahlen hingegen ließen sich die Kosten doch erheblich senken.
1927
die ersten Spiele. Federführend war der Wassersportverein Polizei Hamburg,
der anlässlich der deutschen Kanumeisterschaften gegen eine Kombination aus Bremen und Berlin spielte.
Erste Regeländerungen. Alle Spieler durften Jetzt den Ball mit der Hand spielen.
Fernerhin wurde nur noch 5 gegen 5 gespielt (davor 11 gegen 11)
Verkleinerung des Spielfeldes auf 60-90 Seitenlinie , 40-60 Torlinie.
Die Spielzeit wurde auf 2 x 30 min. gekürzt
Der Ausschluss (Feldverweis) wurde eingeführt
3 sec., nicht länger, durfte der Ball in der Hand gehalten werden.
1928
Erster Deutscher Kanupolomeister der "WSV POLIZEI HAMBURG "
1929
Eine Änderung im Bereich der Regeln war die Einführung des 6-Spielers.
1930
Das Kanupolo einen größeren Aufschwung zu nehmen. Es gab mittlerweile so viele
Mannschaften, dass nur noch die Kreismeister, die sich in Vorrundenspielen qualifiziert hatten,
den deutschen Meister ausspielten. Die KG Wanderfalke Essen wurde "Deutscher Meister."
Aber auch andere Vereine an Rhein und Ruhr spielten Kanupolo. So z.B. die Duisburger Vereine
1. Meidericher KC und Dyk'scher Wassersportverein.
1931
Um Anfängermannschaften die Trainingsarbeit zu erleichtern, wurde eine Trainingsanleitung:
"Kanupolotraining" veröffentlicht: Doch im selben Jahr kam dann die große Ernüchterung.
Die Berichte über die deutschen Kanupolomeisterschaften, eigentlich sollten diese ja das Hauptereignis
des Jahres werden, waren sehr spärlich. Der Grund hierfür "Die Enttäuschung war damals in Duisburg
groß, das Spiel bot zu wenig. Das Endspiel entschieden, in einem sehr schwach geführten Spiel,
die Wanderfalken aus Essen mit 6:0 für sich gegen die Polizisten aus Hamburg.
1934
Es gab letztmals die deutschen Kanupolomeisterschaften in Nürnberg.
Deutscher Meister wurde die KG Wanderfalke Essen.
1935
Kam erst einmal das Aus für das Kanupolo.


KANUPOLO SEIT 1966


Das Kanupolo machte 1965 im Verbandsorgan des "DKV", der Zeitschrift "Kanusport", durch eine kleine
Notiz wieder auf sich aufmerksam. Es wurden Vereine gesucht, die an einer Neuauflage des Kanupolos
Interesse hätten. Gemeldet haben sich daraufhin hauptsächlich einige Vereine aus dem Raume
Nordrhein Westfalen und dem Raume Hamburgs. Darunter auch wieder die Vorkriegsvereine
KG Wanderfalke Essen und WSV Polizei Hamburg.
1966 - 1968
gab es einige Demostrationsspiele.
1969
Es kam in Essen und Hamburg die ersten Turniere. Mit jeweils sechs Teams hatten diese
Turniere schon eine recht gute Beteiligung
Der DKV setzte einen " Beauftragten für Kanupolo " ein.
1970
schuf die Landesgruppe Hamburg eine Bootsform für Poloboote. Diese Form wurde auch anderen
Landesverbänden zur Verfügung gestellt. Man baute Kunststoffboote. Dieses Boot wurde dann
auch als Einheitsboot in Ausmaßen und Gewicht in den neuen Spielregeln festgehalten.
Die Mannschaftsstärke wurde auf 9 Spieler erhöht, wobei 6 Spieler jeweils auf dem
Feld sind und 3 als Auswechselspieler am Rande lagen. Eingeführt wurde jetzt eine eigene Jugendklasse.
1971
Die l. deutschen Kanupolomeisterschaften nach dem Kriege in Salzgitter-Lebenstett
Deutscher Meister bei den Herren wurde WSV Polizei Hamburg durch einen 6 : 4
Erfolg gegen den 1. Meidericher KC Jugendmeister wurde BW Schwalbe Hamburg vor KC Altrip.
1972
Traten neue Turnierplätze in Erscheinung. Der KSV Rothe Mühle Essen begann mit seinem
Pfingstturnier. KV Kiel kam mit dem Kieler Woche Turnier und die VMW Berlin mit dem Spree- Havel - Cup.
1975
An den fünften deutschen Meisterschaften, hatte sich die Teilnehmerzahl gegenüber 1974 nahezu verdreifacht.
Erstmals gab es 5 verschiedene Spielklassen: Damen, Herren- A-, Herren -B-, Junioren und Jugend :
Es gab eine Regeländerung. Die Abseitsregel wurde aufgehoben.
Beim Hamburger Herbstturnier nahmen zum ersten Mal auch Teams aus Dänemark und Schweden teil.
Der Kanupolosport nahm einen gewaltigen Aufschwung. Fast alle Bundesländer stellten Teams.
1977
Nahmen 37 Mannschaften aus 22 Vereinen an den Meisterschaften in Essen teil.
Zum ersten Mal wurde bei den Herren um Auf- und Abstieg gespielt.
Die bisherigen Abonnentmeister wurden durch andere Vereine wie z.B. KSV Rothe Mühle Essen,
VMW Berlin oder BW Schwalbe Hamburg abgelöst. Erstmals wurden in den kommenden Jahren
die Aufstiegsspiele von der Meisterschaftsspielen getrennt
In den folgenden Jahren kamen weitere Vereine z.B. aus Mülheim/Ruhr, Duisburg, Dusseldorf, Wetter,
Moers und Hamm hinzu. Durch die Vielzahl der Teams aus Nordrhein Westfalen konnten
1978 erstmals NRW - Meisterschaften durchgeführt werden.
1980
Kam es in London zu einem Ländervergleichskampf mit: Holland, England und Schottland.
Das deutsche Team spielte erstmals in kleineren Booten und nach englischen Regeln.
1982
War es der KSV Rothe Mühle Essen, der sich in den Niederlanden die ersten Kleinfeldboote kaufte,
und internationale Kontakte aufbaute.
1984
Der KSV Rothe Mühle gewann erstmals ein internationales Kleinfeldturnier in Amsterdam.
1986
War es wiederum der KSV Rothe Mühle der in Amsterdam gewann. Der KSV Rothe Mühle Essen
richtet sein erstes internationales Kleinfeldturnier aus. Es wurde nach den niederländischen Regeln
gespielt. 25 Mannschaften aus dem In- und Ausland nahmen daran teil.
1987
Abschlußarbeit der Intern. Wettkampfbestimmungen und Übergabe an die Internationale - Kanu - Föderation (ICF )
1988
Im September ICF - Kongress in Seoul Annahme der POLO - Regeln
1989
Der Deutsche Kanuverband übernimmt das Regelwerk der ICF.
1990
Im August ICF - Kongress in Polon. Offizielles POLO - Komitee wird gewählt. Rolf Thiede aus Hamburg wird der Vorsitzende.
1990
Stellte der KSV Rothe Mühle sein Int. Pfingstturnier von Groß- auf Kleinfeld um.
Neue Namensgebung für das Turnier: "Intern. Deutschland Cup"
Dieses Turnier ist mittlerweile das größte Turnier der Welt. Rund 80 Teams aus 10 Nationen,
6 Spielfelder, an 3 Tagen, zwischen 250 und 300 Spiele werden ausgetragen.
Erstmals nahmen an diesem Turnier auch Mannschaften aus den neuen Bundesländern teil.
1991
Die ersten deutschen Meisterschaften im Kleinfeld auf dem Maschsee in Hannover:
Der KSV Rothe Mühle stellte den ersten "DEUTSCHEN MEISTER".
Bei den Junioren siegte ein Team aus den neuen Bundesländern bzw. aus Ostberlin, nämlich Rotation Berlin.
1992
Im Oktober ICF - Kongress in Madrid/ Spanien. Kanupolo erhält die Berechtigung
Welt - und Kontinentalmeisterschaften durchzuführen.
1993
Wurden in Sheffield (England) die ersten inoffiziellen "EUROPAMEISTERSCHAFTEN,
in den Klassen Damen und Herren ausgetragen. Die Teams aus Deutschland konnten den Wettbewerb gewinnen.
1994
Die ersten "KANUPOLO - WELTMEISTERSCHAFTEN " wurden in Sheffield ausgetragen.
18 Nationen nahmen daran teil, wie z.B. Australien, Kanada, New Zealand, Brasilien,
Chinese Taipei, South Afrika oder Japan. Weltmeister Herren : Australien, Vizemeister: Deutschland,
Weltmeister Damen: Australien, Vizemeister: Great Britain
1995
Einführung der Kanupolo Bundesliga für die Herren
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 19. November 2008 um 21:49 Uhr